Wozu Feedburner?
Mich würde mal interessieren, weshalb halbwegs mündige Menschen (in diesem Fall Blogger) ihre RSS- oder Atom-Feeds einem fremden Dienst anvertrauen, nur damit dieser denen dann irgendwelche Fantasie-Statistiken an die Backe nageln kann? Oder habe ich da irgendein superwichtiges und unverzichtbares Mega-Feature nicht mitbekommen? Mich persönlich nerven aber (von der Ausspioniererei einmal abgesehen) viel mehr diese "lustigen" und nicht ganz so unaufdringlichen "Email me"- und "Verschick-mich"-Bilderchen in meinem webbasierten Feedreader. Sowas will und brauche ich nicht (jaja, ich denke mir ja schon, daß die eh nur zum Ausspionieren da eingebaut sind), denn genau deshalb habe ich u.a. einen Feedreader.Und weil ich das nicht brauche, sind die jetzt erst einmal ratzifatzi per AdBlock abgeklemmt worden. Und ein Anti-Feedburner-Plugin bastle ich auch noch für meinen Web-Feedreader... Basta! Sodele! Habe fertig!
17.11.2006 · fast im Bett · Webzeug
19 Kommentare
Missi schrieb am 17.11.2006 um 05:18 Uhr:
Wegen dem Traffic, vermute ich mal stark.
Carsten Dobschat schrieb am 17.11.2006 um 10:14 Uhr:
Die Zahlen sind natürlich interessant, viel interessanter sind aber die weiteren Services, wie die diversen Anpassungen der Feeds oder das Mail-Abo (ja, könnte man sicher auch alles selber machen, ich weiss, muss man aber nicht).
Dann ist da noch der Effekt bei dynamisch erzeugten Feeds, die bei jedem Zugriff entsprechend viele Datenbankabfragen und damit Last erzeugen (soll ja gerade bei Wordpress durchaus auch mal zu Problemen führen können) - ja, auch dafür könnte man sich selber eine Lösung bauen, ich weiss 
Was die Buttons oder auch "Flares" angeht: das bleibt jedem selbst überlassen ob und welche im eigenen Feed aktiviert werden.
Aber es hat durchaus auch einen Grund, warum ich zum Beispiel nicht direkt die Feedburner-URL verwende in meinem Weblog, sondern einen Redirect, den ich jederzeit auch wieder direkt auf den lokalen Feed umbiegen kann.
Ob es mehr Traffic bringt weiss ich nicht, die Statistiken sind eh mit Vorsicht zu geniessen, ich weiss nicht mehr bei wem, aber jemand schrob mal in seinem Weblog, dass man die recht leicht manipulieren könne, wenn man einen Feedreader mit entsprechend kurzer Refresh und Tor verwendet. Habe es nicht getestet, aber vorstellbar ist das ja durchaus...
leu schrieb am 17.11.2006 um 10:49 Uhr:
Ich bin eigentlich damals auf Feedburner eingestiegen als ich versucht habe Podcasts zu machen. Da hat mir Feedburner das ganze denken abgenommen. Und mittlerweile bin ich einfach geil auf die schwankenden Statistiken. 
Pepino schrieb am 17.11.2006 um 11:38 Uhr:
- Anpassung der Feeds? - verstehe ich das richtig, daß man einen x-beliebigen Feed reinsteckt und Feedburner macht dann alle anderen daraus?
- Mail-Abo: würde mich mal interessieren, wieviele Leser dies nutzen.
- Was die dynamische Feed-Generierung angeht: ein Tool, welches bei jeder Anfrage (egal ob "normale" Website oder Feed) diese per DB-Zugriff erst generieren muss, ist IMHO broken-by-design. Sowas kann ein ernsthafter Programmierer doch nicht wirklich auf die Menschheit loslassen...
Ich finde diese Art der Leser-Überwachung äußerst lästig, unfein und mache da nicht mit. Jeder Feed-Leser ist wohl gegen Werbung im Feed. Aber hier ist man so großzügig und erlaubt das Verunreinigen der eigenen Daten. Schließlich will man ja durch völlig sinnlose und fakebare "Statistikzahlen" sein Blogger-Ego streicheln lassen. Hört sich ja auch toll an, wenn man z.B. 1300 Feedburner-Leser per Javascript in der Sidebar anzeigen kann.
Mal ganz von der Abhängigkeit und der Geschwindigkeit eines externen Services abgesehen...
Carsten Dobschat schrieb am 17.11.2006 um 13:09 Uhr:
- Anpassung der Feeds: Du schmeisst Deinen Atom oder Rss x.x Feed da rein und Feedburner wandelt den dann passend zum abrufenden Client
- Mail-Abo: hängt von der Zielgruppe der Seite ab, in meinem privaten Weblog sind es gerade mal 7 die das nutzen, bei liedermaching.de sind es 52.
- Dynamisch Erzeugung: sag das den Wordpress-Jungs 
- Abhängigkeit: nur teilweise, die Abo-URL ist bei mir immer ein temporärer Redirect, d.h. wenn Feedburner spinnen sollte kann ich mit einem Handgriff die Anfragen wieder direkt auf meinen Feed lenken
- Leserzahl: wird nicht per JavaScript eingebunden, sondern einfach als img 
- Überwachung: zur Überwachung taugt es nicht wirklich (evtl. in der Pro-Variante, aber die kenne ich nicht, dafür gebe ich kein Geld aus), alles was man an Zahlen bekommt ist eben eine ungefähre Leseranzahl und die Zahl der Klicks auf die Beiträge - zu bedenken bleibt natürlich, dass Feedburner hier durchaus mehr aus den Daten machen könnte/kann/macht? Durchaus eine Überlegung wert... ist eben eine Abwägung zwischen den Vorteilen (gerade auch für User, die mit Begriffen wie RSS x.x oder Atom gar nix anfangen können) und den möglichen Nachteilen. Aber man sollte den Usern wohl die Wahl lassen, stimmt (setzt auf die To-Do-Liste: alternativ wieder Direktfeeds anbieten).
- Werbung in Feeds: ist für mich persönlich als Leser kein wirkliches Problem, einbinden würde ich aber keine in meine Feeds. Ich sehe das mit der Werbung eher ziemlich pragmatisch: letztlich kostet alles Geld und muss finanziert werden, bleibt jeweils nur die Frage, wie weit das geht. Bestimmte Werbeformen sind mir persönlich zu aufdringlich und würde ich für alles Geld der Welt nicht einsetzen...
Pepino schrieb am 17.11.2006 um 23:55 Uhr:
bzgl. Abhängigkeiten: momentan sieht man sehr deutlich an gravatar.com, wie die Blogosphäre abhängig ist von externen Services 
Carsten Dobschat schrieb am 18.11.2006 um 00:00 Uhr:
Ja, bei gravatar.com ist es eklig - wobei es aber auch da Möglichkeiten gab und gibt, die Abhängigkeit zu reduzieren bzw. zumindest die negativen Auswirkungen auf die Ladezeiten: man verwendet einen Cache für die Avatare. Es ist halt auch immer eine Frage, wie sehr man sich von externen Services abhängig macht, ich denke es gibt durchaus Möglichkeiten externe Services zu nutzen, ohne gleich vollständig von denen abhängig zu sein 
Pepino schrieb am 18.11.2006 um 00:26 Uhr:
Richtig, wenn man mit brain2.0 an die Sachen rangeht, dann findet man immer eine Lösung.
Dennoch bin ich sehr verwundert, wie relativ emotionslos die Blogosphäre mit der um sich greifenden Feed-Infiltrierung von Feedburner umgeht. Sehr viele Blogger scheinen wirklich kein Problem damit zu haben, die eigenen Texte an einen "fremden" Dienst zur Weiterverwertung abzutreten.
Wer weiß denn, welche Daten damit gewonnen werden und wann diese an wen auch immer verkauft werden?
Ich bleibe dabei: ich werde Feedburner nicht aktiv nutzen und weiterhin werden die Web-Bugs (und nichts anderes wird da in den Feeds "versteckt") bei mir mittels AdBlock blockiert.
Ich mache bei dieser IMHO sinnlosen Leserverfolgung nicht mit!
Carsten Dobschat schrieb am 18.11.2006 um 01:12 Uhr:
Ich will Dich nicht davon überzeugen jetzt Feedburner zu nutzen
Und warum die sehr viele kein Problem damit haben? Nun, ich denke weil für viele eben die Vorteile überwiegen und es ist ja auch nicht so, dass man seinen Content abtritt - es ist eine nicht-esklusive Verbreitungs-Lizenz, die man Feedburner gibt.
Welche Daten gewonnen werden? Gute Frage, andere Frage: welche Daten können gewonnen werden? Du gehst davon aus, dass Web-Bugs eingesetzt werden, ich sehe keine - sobald ich die "Flares" abschalte sind auch keine zusätzlichen Grafiken von Feedburner mehr in den Artikeln (auch keine versteckten) - mal abgesehen davon, dass diese "Flares" ja auch nicht versteckt sind. Dazu kommt, dass sich reine Leser nicht registrieren müssen, es also für Feedburner keiner Möglichkeit gibt von einem Feedabruf auf einen einzelnen Nutzer zu schliessen. Die Zahlen, die die sammeln sind sicher nicht ganz uninteressant in der Gesamtheit, aber von einer "Leserverfolgung" würde ich da nicht sprechen, es sind statistische Auswertungen, was die Leser angeht auch relativ anonym (soweit ich das im Moment sehen kann).
Es ist aber auf jeden Fall für jeden Blogger, der Feedburner nutzt eine Überlegung wert, den Lesern alternativ einen Direktfeed anzubieten ohne Feedburner dazwischen oder eben für die Leser eine Option diese "Flares" per AdBlocker zu blockieren (sicher ist sicher).
Pepino schrieb am 18.11.2006 um 01:25 Uhr:
Okay, Du hast recht. Es sind keine Web-Bugs, sondern Klick-Motivierungs-Grafiken, die sogenannten "Flares".
Kann/Darf Feedburner also mit dieser Lizenz, wenn sie es denn wollten, z.B. ein Buch mit den Feeds erstellen?
Welche Daten gesammelt werden können? hmmmm, gute Frage. Ich bin da ja nicht so der Spezialist dafür, aber ich denke, es lassen sich sehr wohl Nutzerprofile erstellen, die gewinnbringend weiterverkauft werden können. Wer A liest, liest auch B und dazu noch C. Dazu noch die IPs gespeichert und man hätte eine gute Möglichkeit, die Leser ausfindig zu machen.
Wollen wir sowas? ... anscheinend schon, denn sonst wären ja auch die ganzen sogenannten "Anti-Terror-Maßnahmen" der jüngsten Vergangenheit nicht so widerspruchslos hingenommen worden...
Johannes schrieb am 18.11.2006 um 16:40 Uhr:
Du weißt, ich bin wie du sehr skeptisch was diese Dinge angeht, benutze aber Feedburner seit einiger Zeit hauptsächlich aus zwei Gründen:
1. Ich habe endlich überhaupt einmal Zahlen für die Abrufe meines Feeds, die über die reinen Hits hinausgehen. Ich bin statistikgeil, sorry.
2. Der viel wichtigere Grund: Ich kann meine "Randnotizen", also meine del.icio.us-Bookmarks mit in den Feed einbinden. Meine Leser müssen also nicht zwei einzelne Feeds abonnieren. (Dazu kommt noch, dass so meine Randnotizen überhaupt einmal wahrgenommen werden. Aber das ist eine andere Geschichte.)
Ein Datenschutzproblem sehe ich nicht. Mal abgesehen davon, dass man mit meinen Müll sowieso nichts sinnvolles anfangen kann, kann ich keine User-Verfolgung erkennen. Aber deine Skepsis ist natürlich angebracht.
(Du kannst meinen Original-Feed übrigens unter jc-log.jmirus.de abonnieren. Wenn dir das lieber ist.  )
leu schrieb am 18.11.2006 um 16:48 Uhr:
@Johannes
Also das mit der Statistik habe ich auch so. Was die Randnotizen angeht habe ich das auch sehr lange so gemacht. Jetzt seit ein paar Tagen lass ich die Links automatisch von del.icio.us auf den Blog posten. Find ich ganz interessant, denn so werden die randnotizen auch im Blog verewigt.
Pepino schrieb am 18.11.2006 um 23:43 Uhr:
@Johannes: Statistiken kann man auch erreichen, indem man selbst eine verwertbare Grafik einbaut (ich denke, das werde ich demnächst mal zeigen, wie das geht  ). Und die "Randnotizen" kann man da ja auch selbst ranpappen. Ich zumindest 
Mal davon abgesehen, daß manche Leser vielleicht wirklich gerne einen extra Feed dafür hätten...
@leu: ob direkt im Blog oder im Sub-Blog (oder in einer eigenen DB-Tabelle) macht doch keinen Unterschied, oder?
Johannes schrieb am 19.11.2006 um 17:13 Uhr:
> Statistiken kann man auch erreichen, indem man selbst eine verwertbare Grafik einbaut
Ja, aber das ist ja nichts anderes, als Hits zu zählen. Ich will wissen, wie viele unterschiedliche Nutzer meinen RSS-Feed verwenden.
Meine Randnotizen werden in meinem Weblog so oder so am Rand (wer hätte das gedacht?  ) angezeigt. Ich will die nicht in meinem "Hauptblog" angezeigt bekommen.
Das mit dem offiziellen Extra-Feed überlege ich mir noch. Ich will eigentlich EINEN Feed haben, den man auch bei einem Wechsel auf ein anderes System beibehalten kann. Da ist es eher nachteilig, wenn man eine Vielzahl an URLs per htaccess umleiten muss.
alp schrieb am 19.11.2006 um 17:43 Uhr:
Bei Bannern in RSS-Feeds ist Privoxy dein Freund.
uckanleitungen.de/
Pepino schrieb am 19.11.2006 um 20:07 Uhr:
@Johannes: Was bietet Feedburner in Sachen Statistik, was man nicht selbst einbauen könnte?
Boris schrieb am 20.11.2006 um 07:05 Uhr:
Mir fällt bei Blogs, die diesen Dienst benutzen, meist die relativ lange Ladezeit der Feeds unangenehm auf.
Ansonsten habe ich auch ein Problem damit, wesentliche Teile meiner Blog-Funktionalität an einen externen Dienst zum Aufbereiten abzutreten. Mein Blog, meine Feeds, von meinem Blog hergestellt - und wenn sie nicht richtig funktionieren, bin ich selbst schuld daran.
Pepino schrieb am 20.11.2006 um 21:12 Uhr:
 wenigstens bin ich nicht alleine mit meiner Einstellung
Oli schrieb am 27.11.2006 um 19:35 Uhr:
Zum Thema Mailabo, hier hier
Neben meinen über hundert Mailinglisten paßt das ganz gut.
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