(un)soziales Geschäftsgebaren 2010
Da schreibt eine Agentur eine E-Mail. Eine Agentur für Suchmaschinen-Marketing, E-Mail-Marketing, Affiliate-Marketing und Online-Werbung. Sie fänden dieses und jenes so arg toll und sie würden "großzügig" einen nicht genannten Betrag pro Monat für einen Backlink ausgeben wollen. Ich solle mir doch mal was aus den Fingern saugen und ihnen mitteilen.
So weit in der Sache noch halbwegs in Ordnung (von dem leicht fordernden und fast schon dominanten Umgangston in der E-Mail einmal abgesehen). Die wollten was. Ich war nicht zu 100% abgeneigt.
Ich teilte also, wie fast schon "gefordert", meine Vorstellungen mit und erntete ein virtuelles Gelächter und eine niedermachende E-Mail. Meine betroffene Webseite wäre ja sooo schlecht, meine Forderungen gänzlich überzogen und außerdem wäre der Pagerank eh viel zu niedrig.
Plötzlich konnte man auch ein konkretes Angebot machen: nämlich 50% von meiner Summe. Dazu ein fast endloser Katalog an Randbedingungen, die ich genau so akzeptieren müsse, ansonsten würde es zu keiner Zusammenarbeit kommen. Diese war zu diesem Zeitpunkt für mich eh schon gestorben. Weitere Zeit und Mühe war mir die Sache zu diesem Zeitpunkt nicht wert.
2-3 Wochen später traf eine E-Mail ein, in der der ursprüngliche Verfasser recht schroff nachfragte, wo denn der Link bliebe. Schließlich hätte er einen "Buchungsauftrag" erteilt. Und ich hatte so langsam Spaß an der Geschichte...
Nun verfasste ich ein wirklich konkretes Angebot: lange Laufzeit, kurze Kündigungsmöglichkeit, lange automatische Verlängerung, jeder Sonderwunsch mit Extra-Vergütung. Es war klar, daß nach diesen frechen Vor-E-Mails mein Angebot niemals angenommen werden würde. Spaß machte es mir dennoch. 
Gleichzeitig machte ich, meiner Meinung nach recht verständlich, meinem Unmut über die Art der Kommunikation und den Tonfall Luft. Das hätte man verstehen können, wenn man gewollt hätte. Ich rechnete mit keiner weiteren Antwort.
Einen Tag später trudelte eine sehr sarkastisch formulierte E-Mail in meinem Postfach ein. Tenor dieser E-Mail war: ich hätte keine Ahnung, völlig überzogene Vorstellungen und außerdem würden alle bisherigen Geschäftpartner meines E-Mail-Partners seine Angebote toll finden und wären sehr zufrieden. Er wünschte mir noch "etwas" übertrieben viel Erfolg bei meinen Geschäftsvorstellungen.
Die werde ich auch haben, denn nun weiß ich, bei welche(m|n) Keyword(s) dieser Mensch bzw. sein Scheff und auch sein Auftraggeber nur ungern Konkurrenz hätte...
15.03.2010 · nachmittags · Webzeug
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