Tagging?

Kann mir evtl. irgendwer erklären, was es mit diesem (für mich ominösen) Tagging auf sich hat (z.B. Flickr oder del.ici.ous)?

Man gibt für einen geschriebenen Beitrag Schlüsselworte an, die den Inhalt des Beitrages beschreiben. Über diese Schlüsselworte kann man dann Beiträge mit ähnlichem Inhalt finden.
So weit habe ich das verstanden. Und weiter?

    04.04.2005 · wenn alle Essen · Webzeug


 

9 Kommentare

  1.  Identicon von Robert Basic  Robert Basic schrieb am 04.04.2005 um 13:46 Uhr:

    eine einfache Anwendung ist zB
    "ich blogge über das IT Thema XYZ" und tagge es dann mit "XYZ". Nunmehr möchte ich schauen, wer denn noch so wie oft über das gleiche Thema blogged, um eventuell darüber ein oder mehrere neue Infoquellen für mich aufzutreiben. Gerade die Anzeige der Themen, über was ein Dritter blogged, zeigt mir recht schnell an, ob das eine möglicherweise gute Bezugsquelle bzw. ein Blogger vom Fach ist.


  2.  Identicon von Robert Basic  Robert Basic schrieb am 04.04.2005 um 13:47 Uhr:

    btw, das Beispiel bezog sich auf die Features von del.icio.us, siehe hierzu prima Screencast zum Tool (danach hatte ich es auch kapiert


  3.  Identicon von Robert Basic  Robert Basic schrieb am 04.04.2005 um 13:47 Uhr:

    shit... URL zum Screencast weblog.infoworld.com

    sorry für das Kommentarflooding


  4.  Identicon von Pepino  Pepino schrieb am 04.04.2005 um 15:29 Uhr:

    hmmm, vielleicht wäre es für mich sinnvoll, wenn ich nicht nur eine Hälfte meiner Gedanken niederschreibe und die andere mir im Sinn merke:

    Die eigentliche Sache, die mich beschäftigt ist die, ob oder wie das für ein Ein-Mann-Weblog interessant sein könnte? Daß es in einer Multi-User-Umgebung Sinn macht, steht für mich außer Frage (z.B. Firmen Weblogs, Weblog-Hosting-Partner o.ä.).
    Aber welchen Nutzen (der über eine vernünftige interne Suche hinaus geht) hätte ein einzelnes Weblog davon?


  5.  Identicon von hugo  hugo schrieb am 04.04.2005 um 17:42 Uhr:

    Naja, interessant am Tagging ist, das die Kategorien, sorry Tags , on-the-fly angelegt werden - also nicht vor Schreiben des Beitrags da sein müssen, sondern wärend des Erstellens gleich mit angelegt werden.

    Der zweite Vorteil kommt durch Tag-Aggregatoren wie blogg.de oder technorati: die greifen sich die Tags und führen Postings verschiedenster Blogs zum gleichen Tag zusammen.

    Das ist früher mal unter dem Stichwort "ridiculous easy group forming" gelaufen - man benutzt einfach den gleichen Tag wie jemand anderes und schwupps hat man darüber ein Gruppenblog.

    Wenn man das noch mit den Tags von del.icio.us und flickr zusammenmixt und kräftig umrührt, kommt gequirlte Scheisse sortiert nach Tag raus


  6.  Identicon von Pepino  Pepino schrieb am 04.04.2005 um 17:48 Uhr:

    1. Ich nutze hier im Pepilog intern schon die manuelle Verschlagwortung

    2. ebenso nutze ich schon seit längerer Zeit del.ici.ous: del.icio.us

    > gequirlte Scheisse sortiert nach Tag
    Hört sich irgendwie faszinierend an, aber für ein One-Man-Blog habe ich im Vergleich zur internen Suche bisher noch keinen Vorteil gesehen.


  7.  Identicon von Robert Basic  Robert Basic schrieb am 04.04.2005 um 18:06 Uhr:

    ich hatte mal ein ähnliches System unter Lotus Notes geschrieben, das nannte sich halt nich Tagging. Man konnte beim Erstellen von Dokumenten (sprich: Informationen) Tags on the fly vergeben und in einer View konnte man dann alphabetisch/nach Häufigkeit die Stichworte einsehen, unter denen sich dann die Docs befanden. Für welches Problem war das die Lösung?

    1. Feste Kategorien
    Dokumentenablage mit vorgefertigten Kategorien hat nur begrenzt einen Nutzen für den Ersteller zur Wiederauffindbarkeit von Docs, der sich aber erst dann erschließt, wenn Dritte auf eine allgemein bekannte und genutze Taxonomie zugreifen, um Docs zu finden, die ihnen die gesuchte Info geben.

    2. Volltextsuche
    Eine Volltextsuche ist für den Eigennutzen des Erstellers sinnvoll, aber nur wenn man weiß, wonach man suchen soll. Also mehr oder minder den genauen Begriff kennt. Das ist eigentlich aber die Regel und häufig genutzt zum Wiederfinden von Infos. Doch was ist mit Docs, die ähnlich sind, aber nicht die gleichen Infos (Suchwörter völlig anders) enthalten? Und was ist mit Docs, die aufgrund einer festen, vorgegebenen und sparsamen Kategorisierungsmöglichkeit nicht eindeutig ablegbar sind?

    3. Tagging, Verstichwortung: Hier kommt dann das Tagging zu Tragen. Man kann für ein Doc die Stichworte "Anfängerprogrammierung", "PHP Tipp", "Regex", "Software", "Quelle" wählen. Für ein anderes Doc wiederum "Fortgeschrittenprogrammierung", "Regex", "PDFLib", "PHP" nutzen.

    Nun lassen sich bei einer Suche nach den Stichwörtern "Regex" schnell die weiteren Stichwörter einsehen und eine Zuordnung fällt damit viel einfacher, ob das gefundene Doc relevant ist. Das wäre so über eine Volltextsuche und eine starre Kategorisierung nicht möglich gewesen. Man baut quasi ein Cluster von zusammenhängenden Begriffen auf, wenn man jetzt einen Schritt weitergeht und die korrelierten Stichwörter auswertet und über eine Suchmaske mitanbietet.

    Ich hoffe, das Problem wurde in der Kürze deutlich und die Lösung, warum ich damals "Tagging" genutzt hatte. Auch wenn das Beispiel oben sicherlich doof ist.

    Da ich damals keine Programmiertechnik kannte, die mir anhand der Suchwortkorrelationen Zusammenhänge anhand dem kompletten Volltextindex aller abgelegten Docs erstellt (sprich: PHP kommt häufig in Zusammenhang mit Regex vor, am zweithäufigsten mit PDFLib, etc.. und daraus wird dem User eine Hilfe geboten "suchen sie eventuell auch da..."), mußte ich auf diese userdriven Tagging Lösung zurückgreifen.


  8.  Identicon von Thiemo  Thiemo schrieb am 04.04.2005 um 19:10 Uhr:

    Mit etwas Geschick kann man auch JEDES Wort im Text als "Tag" betrachten. Natürlich darf man dann nicht nach "der" suchen, aber das Entscheidungsproblem, welche Wörter relevant und welche irrelevant sind, hat man so oder so. Anders formuliert: Wenn man brauchbare Algorithmen hat, braucht man keine "Tags". Mich wundert der "Tag"-Hype ohnehin: Meta-Keyword sind seit Jahren tot. Sind Meta-Keywords plötzlich besser, wenn man sie "Tags" nennt?


  9.  Identicon von Pepino  Pepino schrieb am 05.04.2005 um 14:53 Uhr:

    @Robert: danke für die ausführliche Erläuterung. Ich denke, ich werde mir über die Möglichkeiten solch einer Klassifizierung nochmals Gedanken machen. Evtl. macht es ja trotz gut funktionierender Volltextsuche Sinn.

    @Thiemo: Meta-Keywords waren weniger für Menschen als für die Suchmaschinen. Zumindest wurden/werden sie (fast) nur so genutzt.
    Ich denke, Tagging ist nur interessant, wenn die Tags explizit vom Autor angegeben werden. Zwar könnte man die auch per Programm aus dem Beitrag extrahieren, aber dann hätte man in der Tat keinerlei Zusatznutzen im Vergleich zu einer internen Suche. Durch eine explizite Verschlagwortung durch den Ersteller würde sich AFAIK eine Art Klassifizierung jedes Beitrages in Form von Keywords ergeben, welche (eine geschickte Handhabung per Blog-Tool vorausgesetzt) u.U. einen Vorteil für den Besucher bringen kann (aber vermutlich nicht zwingend muß).



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