Olympia-Presswurst

Ein Reporter sollte IMHO berichten und nicht richten!

Und damit meine ich die ganzen Kasper von ARD/ZDF, die allesamt nicht fähig sind, eine neutrale Berichterstattung über die Bühne zu bringen.
Es spricht ja nichts dagegen, wenn man z.B. sagt "man sieht dem Sportler die Enttäuschung an", aber weshalb müssen solche Sätze wie "das ist sehr enttäuschend für uns" oder "Deutschland ist zutiefst enttäuscht über das Ergebnis" sein?
Sowas ist IMHO Stimmungsmache, die sich in Deutschland anscheinend besser verkauft, als wenn man die Sportler mit Ehre behandelt.
Wenn z.B. in USA ein Sportler gute Ergebnisse hat, wird sehr viel über ihn berichtet. Sind seine Ergebnisse eher schlecht, dann schweigt man lieber elegant und bleibt fair.
In Deutschland dagegen werden Erfolge nur kurz erwähnt, aber Mißerfolge werden bis in's kleinste Detail analysiert und sich am Schmerz des Sportlers tage- und wochenlang ergötzt.

Wie oft sind mir in den letzten Tagen (in diesem Zusammenhang) nur die Worte "Hexenverfolgung" und "Inquisition" in den Sinn gekommen?

    20.08.2004 · vormittags · Kopfschüttel


 

4 Kommentare

  1.  Identicon von kiesow  kiesow schrieb am 20.08.2004 um 12:08 Uhr:

    besonders schön finde ich es gerade bei den schwimmern, wenn die gerade nicht so erfolgreich waren und dann gleich von der "megapleite" und "größter enttäuschung" geredet wird, aber eigentlich ein guter platz bei olympia nicht peinlich sein kann.
    was auch immer wieder schön ist, wenn der sportler gerade den wettkampf beendet hat und der reporter anfängt "ja, das war jetzt ja super enttäuscht und sie waren total schlecht. wie fühlen sie sich jetzt?" und dann wird da noch zwanzig mal nachgefragt, statt sich mal über wirklich interessante dinge zu unterhalten.
    aber die berichterstattung beim sport war noch nie so gut, jedenfalls was "premium"-sport betrifft.


  2.  Identicon von Georg Bauer  Georg Bauer schrieb am 20.08.2004 um 13:20 Uhr:

    Jo, die Sprüche sind schon saublöd: "wir können damit nicht zufrieden sein" - sorry? Wenn der blöde Kommentator damit nicht zufrieden ist, warum geht er dann nicht selber auf die Bahn und macht es besser? Armselige Tröpfe, diese Kommentatoren.


  3.  Identicon von leu  leu schrieb am 20.08.2004 um 20:08 Uhr:

    Na ja, bei uns im Schweizer Fernsehen ist das herausragendste mal die schlechte Qualität der Kommentatoren. was uns aber auch fehlt, ist jegliche Begeisterung für die Leistung der eigenen Leute! Und dazu gehören aber beide extreme, ein bisserl druck darf sein!


  4.  Identicon von Boris  Boris schrieb am 20.08.2004 um 21:35 Uhr:

    Ich vermute mal, dass in Ländern, in denen Sportler stärker als ausführende Leistungserbringer ihrer Geldgeber (Sponsoren) gesehen und vermarktet werden, der Misserfolg kaum eine große öffentliche/mediale Rolle spielen kann. Bei Misserfolg ist nicht viel zu diskutieren, das äußert sich wohl eher in den Honorar-Ranglisten (und der Reklame-Präsenz). Nur der Sieger bringt "die Message". Und das ist es, was medial massiv promotet wird.
    In Ländern wie den USA ist es denn auch eher der "neue" Superstar, der im Vorfeld und bei der olympischen Veranstaltung die Aufmerksamkeit erregt (nicht der Verlierer bei den letzten Spielen) - in (z.B.) Deutschland ist es der Athlet, der bei den letzten Spielen "nur den vierten Platz" erreicht hat, und von dem sein Verband nun Besserung erwartet, weil man vier Jahre Arbeit in die Vorbereitung gesteckt hat.
    Und das deutsche Fernsehen muss in immer flachgeistigerem Häppchenformat sponsorengerecht präsentieren (bzw. präsentieren lassen von..) - und gleichzeitig aber die Leistungsansprüche hochhalten, die unsere Gesellschaft an "unsere" Sportler hat. Respektive deren "Schuldigkeit".....



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