Kino-Nullraffer
Mehrere Betreiber würden daher momentan die Bestellung von rund 600 portablen Nachtsichtgeräten prüfen, mit denen "in unregelmäßigen Intervallen und in begründeten Einzelfällen kontrolliert" werden solle. Bisher kommen derlei Überwachungsmaßnahmen höchstens bei Filmpremieren zum Einsatz. Esser gab zwar zu, dass sich diese Strategie mit der Einrichtung von "Kuschelplätzen" in Kinos nicht gerade vertrage und dass der Schutz der Intimsphäre der Nutzer natürlich ein Thema sei. An den Einsatz der Geräte sei aber nur in "Verdachtsfällen" gedacht. Es werde keine fest installierten Apparategeben, "wo jemand seinem Voyeurismus nachgehen kann."
[heise online]
ja, klar doch. Nur in begründeten Einzel- und Verdachtsfällen. Klaro. Glaube ich doch sofort auf's Wort...
Aber jetzt mal gesetzt den Fall, daß in solch einer Vorstellung, die so ein wahnsinnig begründeter und absoluter Ausnahme-Einzel-Fall ist, ich als Zuschauer sitzen würde (was ich ja nur seltenst mache, da ich mich fast ausnahmslos in solchen Établissements verarscht fühle): werde ich dann vorher (oder wenigstens hinterher) darüber informiert und kann ich dann mein Einverständnis dazu geben bzw. verweigern? Falls nein, weshalb denn nicht? Sonst muß doch auch jeder Kameraträger einen extra Aktenordner mit Einverständniserklärungen aller Beteiligten mit sich führen...
Und warum zum Geier ist der Schutz meiner persönlichen Intimsphäre "nur ein Thema" und hat nicht die allerhöchste aller möglichen Prioritäten?
Falls ich mich jemals wieder in ein Kino begeben sollte und dann irgendwo eine Kamera erblicke (egal ob fest installiert oder nur so zwecks begründetem Verdacht aufgestellt), dann werde ich diese in meinen Augen unerlaubt aufnehmende Kamera sofort mittels Handy-Cam (oder ähnlichen Gerätschaften) dokumentieren und mich auf direktem Wege (also mal wieder nicht über "Los" ) zu einem x-beliebigen Anwalt aufmachen und immer schön feste meine Privatsphäre einklagen!
An alle Kino-Betreiber in Deutschland: Habt Ihr sie noch alle?
03.05.2005 · am frühen Nachmittag · Kopfschüttel
3 Kommentare
strudel schrieb am 03.05.2005 um 20:46 Uhr:
Du schreibst, dass du sie verklagen willst, wenn sie dich filmen. Soweit ich weiss, werden sie dich mit dem Nachtsichtgerät nicht filmen. Das Nachtsichtgerät ist ja nur ein Restlichtverstärker. Es ist eigentlich nur wie eine Art Fernglas. Normalerweise wird damit nichts aufgenommen. Sie werden damit nur sehen, wo du mit deiner Kamera sitzt. Dann kommen sie zu dir hin und "ertappen Dich auf frischer Tat".
MfG strudel
Pepino schrieb am 03.05.2005 um 21:50 Uhr:
Isch abe keinä Kamera!
Und beobachten lasse ich mich auch nicht, es sei denn, ich bekomme Geld dafür...
schlind schrieb am 06.05.2005 um 13:10 Uhr:
Ja das is schon unangenehm, zu ahnen dass man immer und überall beobachtet wird. Dabei
IMHO nichtmal darum, ob etwas aufgezeichnet wird, vielmehr ists doch ein Elend, dass da irgendwo jemand steht und den Scheissjob hat, anderen nachzuspionieren, bzw. sie einfach nur so zu beobachten, ihre Gewohnheiten zu studieren und melden, wenn was "Verdächtiges" passiert.
Mir war anfangs auch nicht klar, warum die uns jetzt auch in der Innenstadt und in der Straßenbahn filmen und so... aber für irgendwas muss das alles gut sein, wenn soviele mitmachen?
Und Pepino, über *wieviel* Geld sprechen wir hier genau?

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