"Kaiser, wie viel Schritte darf ich gehen?"
"Aus der Schar der Mitspieler wird durch Auszählen der Kaiser gewählt.
Die Mitspieler stellen sich entlang einer Linie auf.
Der Kaiser steht mindestens 20 Schritte von Ihnen entfernt.
Nun fragen die Anderen nach einander:
"Kaiser, wie viel Schritte darf ich gehen?"
Darauf antwortet der Kaiser z.B.: "2 Hühnerdapper"
oder "3 Riesenschritte" oder "1 Hüpfer".
Bevor der Mitspieler diese Schritte geht muß er fragen:
"Darf ich?"
Sagt der Kaiser "Nein" muß der Mitspieler stehen bleiben.
So lässt er die Mitspieler nur langsam nach vorne kommen,
denn er möchte so lange es geht Kaiser sein.
Wer zuerst beim Kaiser eintrifft wird der neue Kaiser."
[via: geburtstags-tipp.de]
Spielen sowas die Kinder von heute überhaupt noch?
Oder zählen da nur noch iPods, 800 Euro Handys und Gameboy-Advance?
Nein, meine Kindheit war nicht immer nur schön, lustig, bunt und voller Geschenke. Und ich hatte nicht dutzende Freunde, die bei mir jeden Tag Schlange standen. Aber wenn ich zurück denke, dann hatte ich eigentlich in jedem Alter auch schöne Momente, die mir heute ab und an mal bruchstückhaft wieder in den Sinn kommen. Und bei obigem Spiel denke ich spontan an den Parkplatz der großen Arzneimittelfirma, der immer an den Wochenenden zu unserem Spielplatz wurde. Auf dem wir unsere damaligen großen Probleme besprochen haben oder auf dem wir unsere natürliche Kinder-Kondition mit Fang-Spielen trainiert haben, bis wir einfach umgefallen sind. Wir wussten, wieviele Parkplätze es in jeder Reihe gab, wann der Wachmann mit seinem Schäferhund seine Runden drehte und wann wir wo durch den Zaun schlüpfen konnten. Diese Firma war quasi unser Reich. Unser Weltmeer, in dem nur wir uns auskannten und zu dem die uralten Erwachsenen nur an den Werktagen Zugang hatten.
Es war kein Industriegebiet. Nur eine aus heutiger Sicht kleine Firma, die 1-2 Produkte auf den Markt geworfen hat, die in der Region sehr beliebt waren. Ansonsten gab es da viele knuffige 1-2 Familienhäuser. Ich habe in dieser Strasse das Fahrradfahren gelernt. Habe an Silvester meine erste Rakete anzünden dürfen (was hat die Mutter damals einen Streß deswegen gemacht). Habe mich an dem beschrankten Bahnübergang 1-2 Mal beim Öffnen an die Schranken gehängt und dabei einen gehörigen Anschiß vom Bahnschrankenwärter kassiert. Mich ab und zu hinter einer großen Plakatwand auf dem Baum versteckt und die Autos beim Warten auf das Öffnen der Schranken beobachtet. Musste mich vom großen Bruder einer Schulkameradin in den Pausen unter Androhung von Schlägen erpressen lassen. Und meine damalige beste Freundin wanderte mit ihren Eltern in den Sommerferien nach Spanien aus.
Als ich dann 8 Jahre alt war, sind wir knapp 7 Kilometer weit weggezogen und mein Leben hat sich schlagartig komplett verändert. - Seitdem spielte ich kein "Kaiser, wie viel Schritte darf ich gehen?" mehr...
17.05.2007 · fast im Bett · Grübel
2 Kommentare
kiesow schrieb am 17.05.2007 um 11:14 Uhr:
da man heutzutage nicht einmal mehr größere ansammlungen von kindern zusammen im freien spielen sieht, würde ich fast vermuten, das solche spiele niemand mehr kennt.
Pepino schrieb am 02.06.2007 um 01:40 Uhr:
Ich vermute ja auch, daß die fetten Schüler heutzutage in den Pausen entweder schon ab der 5. Klasse im Rauchereck herumstehen oder sich zu Fünft die große Pause mit irgendwelchen geilen Videos auf'm Handy vertreiben.... "wir" sind dagegen früher patschnaß geschwitzt vom vielen herumrennen nach der Pause knapp nach dem Lehrer in's Klassenzimmer gehechtet...
Alles Weicheier heutzutage.... diese Kevins und Marvins....
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