Ergebenheit
Und noch ein paar Zeilen, die mich ziemlich nachdenklich machen:
"was mir auffällt, immer häufiger auffällt und heute wieder einmal aufgefallen ist ... ist diese ergebenheit. nicht unbedingt mir gegenüber ..., sondern, vage gesagt, "der welt gegenüber", "der situation gegenüber". es hat etwas ungeheuer trauriges für mich, wenn diese gespräche meistens dabei landen, dass es um einen job, eine struktur, eine sicherheit geht, darum, dass das warten ein ende hat, dass der tag endlich strukturiert ist.
...diese ziellosigkeit. das nur noch irgendwo irgendwie unterkommen wollen.
nicht, dass ich es verurteile, verachte, wirklich nicht. es sagt nur etwas, darüber, wie es ist, und das ist es, was mich erschreckt."
Und noch ein paar Worte über die Universitäten:
"und, natürlich, auch sehr irritierend: dass man immer wieder bemerkt, wie verarscht diese kids werden. wenn sie erzählen, was man ihnen an der uni sagt, wie sie sich anstellen sollen, und man merkt gleich, dass die uni ganz und gar nicht versteht, wie das läuft, dass die uni sie eigentlich nur weiter rumscheucht, mach doch mal drei monate das oder das, das bringt dir wenigstens einblicke. und wie die dann trainiert werden: so und so geht ein bewerbungsgespräch, und du musst das und das anziehen dazu, und dein lebenslauf soll so oder so geschrieben sein. sofort wieder das gefühl gehabt: beschäftigungstherapie, nur noch präsentationstraining, aber kaum noch eine rede davon, was präsentiert werden soll. aha, die uni versucht, denen zu sagen, wie sie jobs finden. na toll. aber warum versucht die uni nicht, denen zu sagen, wie dieser job überhaupt ist, was ein thema ist, was eine geschichte, die zu erzählen sich lohnt. und so weiter. "
Wie recht er doch hier hat!
01.08.2002 · im Koma · Grübel
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