Die Kopfbremse
Juhu, ich besitze etwas, das andere nicht haben. Etwas, was so selten ist, daß vermutlich die Wenigsten davon schon jemals gehört oder gar gelesen haben. Etwas, das so unglaublich unglaublich ist, daß man es erfinden müsste, würde es nicht existieren: die Kopfbremse
Früher war das so: eine große Tasse Kaffee am Morgen und der virtuelle Rundgang durch die wirklich befreundeten Blogs konnte beginnen. Schön gemütlich oben im Feedreader angefangen. Ohne Streß. Schön ordentlich nacheinander. Es kamen alle dran. Wenn Kaffee leer, dann waren die Blogs auch meist leer gelesen. Ich hatte dann fertig. Die Blogs auch. Und es war gut.
Mittags dann meist nochmals ein ähnliches Vorgehen, nur oft ohne Kaffee. Ab der 17 Tasse pro Tag soll man bekanntlich langsam machen. Aber ansonsten das ähnliche Spiel: immer brav die wohlgewählten Blogs nach neuen Beiträgen durchsehen, was dankenswerterweise der Feedreader übernahm. Er sortierte, ich las. Ich mochte das immer sehr. Das Gefühl war gut. Ich las gerne. Ab und zu hatte ich auch etwas zu sagen. Zum Thema.
So ganz genau kann ich den Zeitpunkt nicht einmal festlegen. Eigentlich kann ich ihn nicht einmal ungenau festlegen. Aber irgendwann hörte ich anscheinend damit auf. Ich las und lese noch immer gerne Weblogs. Eigentlich sogar noch sehr gerne. Die Frage ist nur, wann (und vor Allem warum?) hörte ich damit auf, den Feedreader regelmäßig zu nutzen? Heute lese ich meist eher zufällig in einem Blog, wenn ich thematisch über eine interessante Seite in ein Blog gestolpert bin und es mich in diesem Augenblick gefangen hält. Oder wenn ein netter Blogger bei mir mal kommentiert und mein alterndes Gehirn des Bloggers Webseite besuchen und mal querlesen will.
Querlesen ist wohl so ein Punkt, der daran schuld sein könnte. An dieser tollen Kopfbremse. Ich bin irgendwie immer auf dem Sprung und habe nicht so richtig Zeit, mich gebührend mit der gerade im Browser dargestellten Webseite zu beschäftigen. Kurz draufgeschaut, 1-2 Mal das Scrollrad betätigt und weiter geht's. Vermutlich ist das sogar ein sehr wichtiger Punkt bei diesem Problem: man hat für etwas immer so viel oder wenig Zeit, wie man sich dafür nimmt. Und ich nehme mir keine Zeit dafür. Nicht mehr. Zumindest nicht mit der Absicht, JETZT "meine" Weblogs zu lesen. Warum ist das so?
Oder ist gar die pure Masse daran schuld? Könnte ja auch sein. Immerhin waren es früher eindeutig weniger Blogs in der Liste. Wieviele jetzt da drin sind, weiß ich nicht, denn dafür müsste ich den Feedreader mal wieder öffnen und dann würde mich die Zahl der ungelesenen Beiträge nach Tagen/Wochen eh nur wieder schockieren und lähmen. Ein kleines bißchen Ausmisten wäre sicher auch kein Fehler, die Motivation ein wenig zu steigern. Wo war doch gleich mein Taschentuch für den Knoten?
Was natürlich auch noch erschwerend hinzu kommen könnte ist, daß ich in dem modernen Googlereader für verschiedene Themengebiete auch unterschiedliche Ordner angelegt habe. Private Weblogs, Sport, berufliche Weblogs, beobachtete Webseiten, ... Im Prinzip ja eine feine Sache. Im Prinzip ist vieles auf dieser Welt eine feine Sache. In der Praxis dagegen beobachte ich an mir, daß ich beim absichtlichen Stöbern in einer bestimmten Kategorie irgendwann in einem anderen Ordner lande. Und das dann nur mit halbem Herzen und deshalb in Eile und im Streß und nur halb lesend. Ich denke, um es mir da selbst leichter und entspannter zu machen, sollte ich die Themen in verschiedene Accounts aufteilen. Ohne sichtbare Querverbindung. Ohne "mal schnell" in diesen oder jenen Ordner zu spicken. Das hat kein Weblog in meinem Feedreader verdient.
Was kann ich also tun, um die Kopfbremse zu lösen?
- Ich werde mir explizit Zeit für Weblogs nehmen.
- Die Liste im Googlereader muss ausgedünnt werden.
- Trennung von Themen in verschiedene Accounts.
Jawohl, genau so werde ich das tun! Das haben die Blogger-Freunde und -Kollegen nämlich verdient...
10.02.2010 · Augen zu · Weblogs
1 Kommentar

Andi schrieb am 13.03.2010 um 15:07 Uhr:
Das klingt doch schon mal nach einem guten Plan. Ich kenne das Problem selbst, es werden einfach immer mehr Blogs, die einen interessieren. Daher sollte man hin und wieder die Liste einfach aussortieren und sich auf die besten Blogs beschränken. Oder abwechselnd in jeder Woche nur ein paar Blogs lesen. Das geht besonders gut bei Seiten, bei denen ohnehin nur alle paar Tage ein neuer Artikel eingestellt wird.
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