Der Fall JAKO
Zuerst einmal die Warnung an alle Anwälte und Abmahner vorneweg: der folgende Text stellt meine freie Meinung, mein Denken und mein Empfinden dar. Sollte irgendwer damit ein Problem haben, darf er mir gerne eine Email oder hier einen Kommentar schreiben und mit mir darüber diskutieren. Ich bin offen für jegliche Kommunikation.
Nun zum Thema:
Die letzten Tage kochte ja im Internet und später sogar in der klassischen (angesehenen?) Presse ein Thema sehr hoch: JAKO und die Art und Weise, wie dieses Unternehmen mit Kritik umgeht.
Ich möchte hier jetzt keine langen Romane schreiben, sondern nur mal notieren, was mir teilweise durch den Kopf ging:
- Man beauftragt eine Kanzlei, die sich u.a. Mediation (lat. "Vermittlung") auf's Portfolio geschrieben hat.
Kostenpflichtige Abmahnungen zu verschicken ist also seit Neuestem eine Vermittlung? - Sehr Interessant! - Eine Kanzlei, die vom Internet und dessen Bedienung in meinen Augen wenig Ahnung zu haben scheint, wird für ein Weltunternehmen wie JAKO engagiert, um "das Internet zu säubern". - Sowas macht mir Angst!
- Als dann das Thema im Netz (Twitter, Weblogs, Google-Suchergebnisse) langsam immer präsenter wurde, wo war da das große Unternehmen und seine Mediatoren? Wo hat man da das Ansehen der Firma schützen wollen? "Alle sind in Urlaub" kann doch wohl nur ein Scherz gewesen sein. - Das ist IMHO peinlich!
- Das ganze Thema wurde dann von JAKO drei Tage totgeschwiegen. - Meiner Meinung nach war das dumm.
- Dann haut man nach diesen drei Tagen abends um ca. 19:30 Uhr eine Pressemeldung hinaus. - Keine gute Wahl des Zeitpunktes.
- Der Gegenwind für das Unternehmen JAKO kommuniziert in Form von Twitter, Weblogs, Chats und was macht JAKO? Es wird eine Pressemeldung veröffentlicht. - Dies zeigt eindeutig, wer das Zielpublikum sein sollte: nicht Blogger, nicht Twitterer, sondern schlicht und einfach nur die klassische Presse. - Handelt so ein modernes Unternehmen?
- Die Pressemeldung beinhaltet viel Werbeprosa. - Was sucht das da drin?
- In der Pressemeldung werden dem abgemahnten Blogger weiterhin Vorwürfe gemacht. - Schaut so ein aufrichtiges Bedauern aus?
- Meiner Meinung nach hat man die Pressemitteilung nicht aus dem Gefühl des Bedauerns geschrieben, sondern weil etwas erwartet wurde und man noch immer nicht das wirkliche Problem erkannt zu haben scheint: nicht die über den Vorfall berichtende klassische Presse ist das Problem des Unternehmens JAKO, sondern was die Kundschaft über das Unternehmen JAKO denkt. Denn die bringen das Geld und nicht die klassische Presse!
- Ich erkenne in der Pressemitteilung weder ein Bedauern, noch eine Entschuldigung oder gar ein aufrichtiges Verständnis dafür, wie sich die ganze Geschichte entwickelt hat. JAKO sieht sich in meinen Augen als Opfer, was sie IMHO definitiv nicht sind.
Ich bin seit sehr vielen Jahren (inzwischen fast 30 Jahre) ein sportbegeisterter Vereinsmensch (auch als Funktionär und Entscheidungsträger), der schon oft vor der Entscheidung stand, welcher Hersteller oder Lieferant für die Beschaffung der nächsten Sportaustattung im Verein gewählt werden soll (ich bin in mehreren Vereinen Mitglied und auch tätig).
Es tut mir leid, aber mit solch einem Verhalten der Firma JAKO AG (aus 74673 Mulfingen-Hollenbach) seiner Kundschaft gegenüber, kann ich zukünftig keinesfalls mehr diese Marke in Betracht ziehen!
05.09.2009 · spät nachts · Kopfschüttel
1 Kommentar
Peter schrieb am 07.09.2009 um 13:05 Uhr:
Kann mich in vielen Punkten wiederfinden. Besonders Punkt 8 ist mir beim Lesen der PM auch extrem aufgefallen. Passt so gar nicht zu der vielversprechenden Überschrift der PM...
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